Investitionen in abnutzbare Wirtschaftsgüter, die Ihrem Betrieb über einen längeren Zeitraum dienen sollen, sind nicht sofort in voller Höhe als Betriebsausgabe absetzbar: Das Wirtschaftsgut wird „aktiviert“, das heißt in das Anlagenverzeichnis aufgenommen. Das Anlagenverzeichnis ist eine Zusammenstellung des Inventars, aus dem unter anderem der Kaufpreis, die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer und die jährliche Absetzung für Abnutzung (= AfA, Abschreibung) hervorgeht.

Die Nutzungsdauer (ND) für die allgemein verwendbaren Anlagegüter sind den amtlichen AfA-Tabellen desBundesministeriums der Finanzenund den von den obersten Finanzbehörden der Länder herausgegebenenAfA-Tabellen zu entnehmen. Daneben gibt es nochbranchenbezogene AfA-Tabellen.

Bei unterjährigem Erwerb ist nicht die volle Jahresabschreibung, sondern nur für jeden angefangenen Monat 1/12 der Jahresabschreibunganzusetzen.

Für den Beginn der Abschreibung ist das Datum der Anschaffung (Lieferung) oder Herstellung maßgebend. Ist Gegenstand des Kaufvertrages auch die Montage, gilt das Wirtschaftsgut mit Ende der Montage als geliefert; die Abschreibung beginnt mit diesem Zeitpunkt. Das Datum, an dem die Rechnung ausgestellt wird, das Datum des Rechnungserhalts oder der Bezahlung ist jeweils unerheblich.

Degressive Absetzung für Abnutzung

Mit der Unternehmenssteuerreform 2008 wurde die Möglichkeit einer degressiven AfA für bewegliche betrieblich genutzte und abnutzbare Wirtschaftsgüter generell abgeschafft. Im Rahmen des „Gesetzes zur Umsetzung steuerrechtlicher Regelungen des Maßnahmenpakets Beschäftigungssicherung durch Wachstumsstärkung“ wurde die degressive Abschreibung vorübergehend für die Veranlagungszeiträume 2009 und 2010 wieder zugelassen. Seit dem 1.1.2011 sind betrieblich genutzte abnutzbare Wirtschaftsgüter, die keine geringwertigen Wirtschaftsgüter sind, nur noch linear abschreibbar.

Geringwertige Wirtschaftsgüter

Als geringwertige Wirtschaftsgüter gelten im Rahmen der Gewinneinkünfte (Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, selbstständiger Tätigkeit) bewegliche, abnutzbare und selbstständig nutzbare Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungskosten nicht mehr als € 410,00 (netto) betragen haben (§ 6 Abs. 2 EStG).

Abschreibungs- und Aktivierungswahlrecht bei geringwertigen Wirtschaftsgütern: (BMF Scheiben v. 30.9.2010 IV C 6 S 2180/09/10001 BStBl 2010 I S. 755):

  • Geringwertige Wirtschaftsgüter bis € 150,00 (ohne Umsatzsteuer) können sofort abgeschrieben werden. Die Betriebsausgaben wirken sich damit im Anschaffungsjahr voll aus. Wahlrechte zwischen einer Sofort- oder Poolabschreibung bestehen nicht. Auch eine Abschreibung nach betriebsgewöhnlicher Nutzungsdauer kommt nicht in Betracht. Vielmehr unterliegen solche Wirtschaftsgüter stets der Sofortabschreibung. Ein Eintrag in einem Verzeichnis ist nicht notwendig.
  • Geringwertige Wirtschaftsgüter von mehr als € 150,00 bis zu € 410,00 ohne Umsatzsteuer können sofort abgeschrieben werden. Diese Wirtschaftsgüter sind dann in ein besonderes Verzeichnis aufzunehmen. Alternativ können sie in einem Sammelposten erfasst und über eine Nutzungsdauer von fünf Jahren abgeschrieben werden (so genannte Poolabschreibung). Dieses Wahlrecht kann allerdings nur einheitlich für alle Wirtschaftsgüter des Wirtschaftsjahres mit Aufwendungen von mehr als € 150,00 und nicht mehr als € 1.000,00 in Anspruch genommen werden. Wird also für Wirtschaftsgüter mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten von mehr als € 150,00 und bis € 1.000,00 ein Sammelposten gebildet, entfällt insoweit das Wahlrecht der Sofortabschreibung (bei Wirtschaftsgüter bis € 410,00 bzw. der Abschreibung über die Nutzungsdauer).
  • Geringwertige Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungskosten (netto) mehr als € 410,00, jedoch nicht mehr als € 1.000,00 betragen, können wahlweise in einem Sammelposten erfasst und im Rahmen der so genannten Poolabschreibung über eine Nutzungsdauer von fünf Jahren abgeschrieben werden. Alternativ können diese nach Maßgabe der allgemeinen Regelungen für die Absetzung für Abnutzung abgeschrieben werden.
  • Für alle übrigen Wirtschaftsgüter gilt der Grundsatz der Abschreibung nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer.