Steuergegenstand der Gewerbesteuer ist der stehende Gewerbebetrieb, soweit er im Inland betrieben wird. Eine land- und forstwirtschaftliche, eine freiberufliche und eine selbständige Tätigkeit unterliegt nicht der Gewerbesteuer.

Besteuerungsgrundlage ist der Gewerbeertrag. Das ist der nach den Vorschriften des Einkommensteuergesetzes oder des Körperschaftsteuergesetzes zu ermittelnde Gewinn aus Gewerbebetrieb, vermehrt um bestimmteHinzurechnungen und vermindert um bestimmte Kürzungen.

Gewinn (Einkünfte) des Gewerbebetriebes
+ Hinzurechnungen
Kürzungen
Gewerbeverlust
= Gewerbeertrag (abzurunden auf volle Hundert Euro)
Freibetrag (€ 24.500,00 für Einzelunternehmen u. Personengesellschaften)
= Grundlage zur Ermittlung der Steuermesszahl
x Steuermesszahl
x Hebesatz der Gemeinde
= Gewerbesteuer

Der Steuersatz setzt sich zusammen aus Steuermesszahl multipliziert mit dem Hebesatz der jeweiligen hebeberechtigten Gemeinde.

Steuermesszahl

Seit 2008 gilt für alle Gewerbetreibenden, unabhängig von der Rechtsform, eine einheitliche Steuermesszahl von 3,5 %.

Hebesatz

Der Hebesatz wird von der hebeberechtigten Gemeinde festgelegt. Er beträgt 200 % wenn die Gemeinde nicht einen höheren Hebesatz bestimmt hat.

Ausgewählte Hebesätze (Stand: 1.1.2015)
Berlin 410 %
Bremen 460 %
Dortmund 485 %
Düsseldorf 440 %
Duisburg 505 %
Essen 480 %
Frankfurt/Main 460 %
Hamburg 470 %
Hannover 460 %
Köln 475 %
München 490 %
Stuttgart 420 %

Durch das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 wurde der Betriebsausgabenabzug der Gewerbesteuer bei den Ertragsteuern versagt.

Im Gegenzug wurde die Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer verbessert, da der Anrechnungsfaktor ab dem Erhebungszeitraum 2008 von 1,8 auf 3,8 erhöht wurde. Der Ermäßigungshöchstbetrag ist jedoch auf die tatsächlich gezahlte Gewerbedauer begrenzt.

Hinweise:

Das Finanzgericht Hamburg hat gegen die Hinzurechnung der Summe aus Entgelte für Schulden (§ 8 Nr. 1a GewStG), der Hinzurechnung von Miet- und Pachtzinsen (§ 8 Nr. 1d und e GewStG) verfassungsrechtliche Bedenken angemeldet und diese mit Beschluss v. 29.2.2012 – 1 K 138/10  dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) vorgelegt (Az. beim BVerfG: 1 BvL 8/12). Die Obersten Finanzbehörden der Länder haben daher durch gleichlautende Erlasse vom 30.11.2012 ihre Finanzämter angewiesen, Festsetzungen des Gewerbesteuermessbetrags für Erhebungszeiträume ab 2008 mit Hinzurechnungen zum Gewerbeertrag nach § 8 Nr. 1 Buchstabe a, d oder e GewStG nur noch vorläufig durchzuführen.

Ebenso sieht ein am 10.12.2012 veröffentlichtes Schreiben des Bundesfinanzministeriums (Az.IV A 3 – S 0338/07/10010) vor, bei Gewerbesteuerfestsetzungen hinsichtlich der Nichtabziehbarkeit als Betriebsausgaben (§ 4 Abs. 5b EStG) einen Vorläufigkeitsvermerk aufzunehmen. Das Verfahren 1 BvL 8/12 ist derzeit beim Bundesverfassungsgericht anhängig.